Geweihtes Osterwasser und jede Menge Kinderräder

Am letzten Freitag war laut Armin einiges los. Und weil Michael, Wolfgang, Jean und Andreas dabei waren, ist es gar nicht aufgefallen, dass Werner und ich fehlten. (Womöglich hat ja dadurch alles noch viel besser geklappt.) Immerhin kamen wieder einige bekannte Kunden und haben meist in Eigenarbeit an ihren Rädern geschraubt.

Zudem kamen zwei Radler aus Ettlingen, denen gezeigt wurde, wie man eine Frontlampe befestigt oder eine Kette ölt. Sicher keine anspruchsvollen Lektionen – aber Hilfe zur Selbsthilfe
fängt immer bei einfachen Übungen an. Franz war diesmal dabei und hat auch gleich Fahrräder mitgebracht, die dann durchgecheckt werden mussten.

Dass es nicht einfach ist eine Felge zu zentrieren, durfte Andreas erfahren, der sich ausdauernd um die Reparatur einer solchen bemühte. Sicher hat ihm Stefan die einschlägigen Tipps gegeben – mir jedenfalls haben Stefans Instruktionen geholfen selbstständig den Schlag aus meiner vorderen Felge zu beseitigen. Ist doch gut, dass wir einige Schraubenmeister in unseren Reihen haben.
Damit wir die Pausen – im Sinne der geschirrmäßig korrekten Ausstattung – besser genießen können, habe ich Becher besorgt. Ihrer Anzahl nach dürfen nie mehr als acht Schrauber gleichzeitig
Pause machen. Darauf ist streng zu achten!!!Jetzt sollten wir uns – mit Blick auf den kommenden Freitag – einigen, wer für Kaffee, Milch und Kuchen zuständig ist. Freiwillige Meldungen nehme ich gern entgegen.

Am Karfreitag waren wir bis auf Stefan komplett. Jean kam später noch dazu. Außer zwei syrisch-kurdischen Männern, von denen der eine ein Fahrrad für seine Frau abholen und eines für sich finden wollte, hatten wir uns nicht um Kundschaft zu kümmern.

Also konnten wir uns damit beschäftigen Räder für Kinder und Jugendliche der Pestalozzischule herzurichten, die für einen sog. „Fahrradtrainingstag“ eingesetzt werden sollen. Daneben haben wir das eine oder andere Objekt aus dem Keller in Augenschein genommen und soweit es möglich war, hergerichtet. So sind zwei sehr schöne Damenfahrräder ins Angebot gekommen. Schließlich hat Armin ein Hinterrad zum Teil neu einspeichen dürfen – der Schaden war wohl die Folge eines Schaltfehlers, der dann dazu geführt hat, dass der Schaltarm sein Zerstörungswerk im Gespeiche des Hinterrades absolvieren durfte anstatt seiner ihm zugeteilten ordentlichen Arbeit nachzukommen. Ein bisschen habe ich ihm dabei geholfen, … … dem Armin und nicht dem Schaltarm.

Schließlich bin und bleibe ich ein Lernender in vielerlei Hinsicht (das ist gut so). Rechtzeitig haben wir dann ein Ende gefunden. Es gab für uns nicht unbedingt etwas zu feiern. Aber Armin hat mir dann noch eine nette Geschichte von sozusagen „geweihtem Osterwasser“ erzählt, das angeblich seine in jeder Hinsicht heilsame Wirkung entfalten wird, wenn man die Regeln seiner Beschaffung beachtet. Also Voraussetzung: Es muss Quellwasser sein. Wer es holt, darf bei der ganzen Prozedur kein Wort sprechen. Dieser Herausforderung ist offensichtlich nicht jeder gewachsen. Aber … da fragt ihr besser Armin. Der erzählt euch, wie schwierig das sein kann.

Euch allen wünsche ich nun noch mehr grüne Umgebung mit ein bisschen Sonne darüber. Dann bringt uns der Frühling vollendete Glückseligkeit.

Herzliche Grüße

Manfred

03.05.2019 Manfred Krause

6 Monaten ago